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Antonius-Schützen Erkelenz-Kuckum – Einweihung des neuen Ehrenmals

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Datum:
12. Aug. 2026
Von:
Angelika Kopp

Am Vorabend des 1. Mai fanden im Erkelenzer Umsiedlungsort Kuckum zwei besondere Ereignisse statt: Neben der ersten gemeinsamen Maifeier von Keyenberg (ebenfalls umgesiedelt) und Kuckum stand die Einweihung des neuen Ehrenmals am Dorfplatz im Mittelpunkt. Bei dem Ehrenmal handelt es sich um einen Mühlstein, der schon lange eine Verbindung zu Kuckum hat: am 13. Mai 1968 wurde der Mühlstein von der früheren Kuckumer Mühle abgeholt, um ihn in die Kirche Herz-Jesu zu bringen. Der anderthalb Tonnen schwere Stein wurde über die damalige Dorfstraße gerollt und mit einer selbstgebauten Rampe in die Kirche gebracht. Als er endlich dort als neuer Altar aufgebaut war, wurde mit dem damaligen Pastor Elmar Niessen feierlich mit einer Flasche Korn angestoßen. So war der Mühlstein für die Kuckumer bereits in ihrem alten Dorf ein Objekt der Freude. In seiner Rede erzählte Brudermeister Hans-Josef Dederichs nicht nur diese Geschichte, sondern erklärte auch, warum gerade der Mühlstein als Mahnmal gegen den Krieg und als Gedenkstein für Verstorbene genutzt wird. „An einem Ehrenmal wird nicht der gewonnen Schlacht gedacht, es wird an den Verlust erinnert. Den Verlust von Menschen, Nachbarn, Brüdern, Müttern und Vätern“. So erinnere ein Ehrenmal an die Niederlage des Wortes und an das Versagen der Politik. Jedes Mal, wenn ein Politiker ein Ehrenmal sehe, solle es seine Motivation zum Verhindern von Streitigkeiten bestärken. So stellte Dederichs auch einen Bezug zur aktuellen politischen Lage her. „Der Frieden ist nicht mehr so sicher, wie wir es seit 81 Jahren kennen“. Vor dem Mühlstein ist das Symbol der Taube als Botin für den Wunsch nach Frieden eingelassen. Auch Bürgermeister Stephan Muckel und Thomas Schnelle MdL waren zur Einweihung des Ehrenmals gekommen. Dederichs forderte dazu auf, auf die anwesenden Politiker zuzugehen, ihnen Fragen zu stellen und ihnen und der Demokratie zuzutrauen, Lösungen zu finden. Zum Abschluss hat er auch für die Zukunft einen Wunsch: „Vielleicht können wir dann, in 19 Jahren, 2045, einen ganz neuen Gedenkstein in Erkelenz einweihen, ein Ehrenmal, das nicht an Verstorbene erinnern muss, sondern an 100 Jahre Frieden.“ Pastor Werner Rombach sah das Ehrenmal auch als Mahnmal, das zur Hoffnung auf Versöhnung und Frieden dient: „Mahnt die Lebenden zur Umkehr und zur friedlichen Konfliktlösung“. Gestiftet wurde der Mühlstein von Familie Heimann-Bähren. Beteiligt an der Gestaltung des Denkmals und des Platzes, auf dem es nun steht, waren der Künstler Michael Franke, Dipl.-Bauing. Simone Portz sowie Architekt Sebastian Bauten – alle zuhause in Erkelenz. Beendet wurde die feierliche Einweihung des Ehrenmals mit dem Großen Zapfenstreich – ausgeführt vom Trommler- und Pfeifercorps Venrath und dem St. Josephs Musikverein Keyenberg. Im Anschluss fand die erste gemeinsame Maifeier der Umsiedlungsdörfer statt. Die Bruderschaften haben im Sinne einer guten Zusammenarbeit abgemacht, die Feier künftig abwechselnd auszurichten.